Seimar für kirchliche Berufe

Haus-Schluss-Fest


Selbstbewusst und stark…

 

So charakterisierte Wiens Pastoralamtsleiterin Dr. Veronika Prüller-Jagenteufel die Gründerin des Seminars für kirchliche (Frauen-)Berufe, Hildegard Holzer. Unmittelbar nach dem Krieg hatte diese begonnen, eine Ausbildung zu entwickeln, die  – damals nur Frauen – die Möglichkeit geben sollte, an der Seite der Priester kompetent seelsorglich zu wirken.

Ziemlich selbstbewusst und stark haben in den 70-er Jahren die damaligen Verantwortlichen, darunter Peter Paul Kaspar, eine Jugendleiterausbildung konzipiert, die junge Menschen für einen  seelsorglichen  und sozialen Dienst in den Pfarren befähigen  sollte.

Beide sprachen beim Haus-Schluss-Fest des Seminars für kirchliche Berufe zu den rund 450 aus ganz Österreich angereisten Gästen, zu einem überwiegenden Teil AbsolventInnen.

 

Mit viel Applaus wurde Altbischof Johann Weber von den zahlreichen Gästen begrüßt.

Sehr viele ältere Frauen, die über Jahrzehnte als sogenannte „Seelsorgshelferinnen“ Kirche lebendig sein ließen, nahmen Abschied.

Aber auch viele von denen, die erst seit kurzem in einer der Diözesen oder Pfarren, in Krankenhäusern oder Pflegeheimen oder in der überregionalen Jugendarbeit tätig sind, waren gekommen.

Das Haus am Wolfrathplatz bot noch einmal weiten Raum für Begegnungen und Erinnerungen über die Jahre hinweg.

Und so manche Gruppen nützen die Gelegenheit für ein Klassentreffen.

Diese Ausbildung wird es in der Form nun nicht mehr geben. Trotz vieler Rettungsversuche und Proteste ist die staatlich anerkannte Diplomausbildung Geschichte. Geben wird es aber weiterhin eine kircheninterne berufsbegleitende Ausbildung für  PastoralassistentInnen, angesiedelt in St. Pölten.

Der Anlass wäre also geeignet gewesen, in Trauer oder Enttäuschung zu geraten. Und es war auch viel Traurigkeit beim letzten Rundgang mancher durch das Haus und durch den Garten spürbar.

 

Trotzdem war es der Seminarleitung wichtig noch einmal ein deutliches Lebenszeichen zu setzen. So wurden Gegenstände die sich im SKB über die Jahre hin angesammelt hatten, zum Teil aus diversen „Nachlässen“ von Absolventinnen, im Rahmen eines Flohmarktes verkauft, bzw. versteigert um damit zwei Hilfsprojekte zu unterstützen.  Der Erlös von diesen SKB Souvenirs brachte für das Haus Sarepta und den Verein Hemayat je € 1070.-

Die abschließende Wort-Gottes-Feier, geleitet von Mag. Ulrike Exler, Direktorin des Seminars, war dann ein starkes Zeichen für die gelebte Spiritualität des Hauses. Dichte Atmosphäre der Texte und unglaublicher Schwung in der von Studierenden gestalteten  Musik rührte viele  Mitfeiernde.

Und in den Gedanken zum Schrifttext 1 Petr. 2,4-9 forderte Mag. Monika Rapp-Pokorny, Direktorin der Lehranstalt die Studierenden und AbsolventInnen auf, selbstbewusst als lebendige Steine für eine  moderne Kirche zu wirken. Nicht die Schließung des Hauses ist ein Scheitern, erst die persönliche Resignation wäre es.

So sind trotz des traurigen Anlasses die Pastoralassistenten und Pastoralassistentinnen ermutigt und gestärkt, aufgerichtet und bestätigt in ihre Pfarren zurück gekehrt. Selbstbewusst und stark!

http://www.skb.at

Text: Gertie Wagerer u. Maria Meyer-Nolz
Fotos: Stefan Lochschmidt

Über erdundhimmel

Plattform für alle und alles von Pastoralassistentinnen aus der Diözese Linz Gedanken - Ideen - Transformationen - Predigten - Statements - Positionen - Fragmente
Dieser Beitrag wurde unter Fragmente veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Seimar für kirchliche Berufe

  1. Pingback: » Haus-Schluss-Fest Betriebsrat Diözese Linz/Pastorale Berufe

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s